Neues Jahr = Neues Glück ?!

Jetzt hat bereits mein viertes Jahr als Krebskranker begonnen. Drei Jahre bereits gekämpft und überlebt. Trotzdem, die Zweifel und Ängste werden immer größer.

Die ersten 2,5 Jahre habe ich recht locker weggesteckt, trotz vieler Operationen und permanenter Chemotherapie. Seit einem halben Jahr baue ich aber immer mehr ab, körperlich und auch psychisch. Die neue Chemo zeigt zwar gewisse Erfolge, macht mich aber total fertig. Morgen fangen bereits die nächsten Zyklen an. Chemotherapie ist das Härteste was es gibt, schlimmer als jegliche Operation. Das gönne ich noch nicht einmal meinem schlimmsten Feind. Abgesehen von permanentem Schwindel und Übelkeit ist mein körperlicher Verfall das Ärgste. Mein Magen lehnt seit Monaten jegliche vernünftige Nahrung ab. Ohne Zusatznahrung (Resource) wäre ich längst verhungert. Zur Zeit habe ich nur noch 81 Kg (Normal war 98 Kg), bei einer Körpergröße von 192 cm.

Was mir aber am meisten Angst macht, ist die Tatsache das ich gezwungen bin ab nächstem Monat wieder voll arbeiten zu müssen. Eine Rente wegen Erwerbsminderung oder sogar Hartz4 wäre der Ruin für meine Familie. Hintergründe hier zu habe ich bereits unter der Rubrik Soziales „Der soziale Abstieg“ geschildert.

Ein weiterer Hauptgrund ist allerdings meine Krankenkasse. Der Dreijahresblock einschließlich Aussteuerung ist abgelaufen. Einen neuerlichen Anspruch auf volles Krankengeld habe ich aber erst wieder, falls ich es schaffe 6 Monate voll zu arbeiten ohne Krankmeldung zu meiner jetzigen Krankheit. Arzttermine und Chemos werde ich also wieder mit Urlaub abgelten müssen. Nur, wird mein Körper das durch halten ? Meine Onkologin ist bereits am schimpfen. Sie meint, das dieses was ich vorhabe lebensgefährlich ist. Mir bleibt aber nichts anderes übrig !

1 Antwort auf “Neues Jahr = Neues Glück ?!”

  1. diver166 sagt:

    Hallo Hardy, ich kann diese Gefühle sehr gut verstehen.
    Es ist manchmal eine Schande in unserem Land, wie Menschen die ein Leben lang gearbeitet haben in solchen Situationen alleine gelassen werden.
    Natürlich kann unser Staat nichts dafür wenn jemand krank wird, aber es besteht dennoch eine große Ungerichtigkeit.
    Schauen wir uns nur an wer alles auf unsere Kosten, zumindest solange wir noch arbeiten können und Steuern bezahlen mit ernährt wird. Wenn wir krank werden sind wir wertlos für unseren Staat geworden.
    Ich bewundere Menschen die trotzdem kämpfen und nicht aufgeben.

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